Torspektakel im Pokal: Stuttgart ringt Braunschweig mit 8:7 nach Elfmeterschießen nieder
Was für ein Pokalkrimi! In einem denkwürdigen DFB-Pokalduell setzte sich der VfB Stuttgart am Dienstagabend mit 8:7 nach Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig durch – nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 4:4 gestanden. Die rund 22.000 Zuschauer im ausverkauften Eintracht-Stadion wurden Zeuge eines der spektakulärsten Pokalspiele der letzten Jahre.
Ein Blitzstart mit offenem Visier
Stuttgart erwischte den besseren Start: Bereits in der 3. Minute traf Serhou Guirassy per Kopf nach einer scharfen Flanke von Pascal Stenzel zum 0:1. Doch Braunschweig zeigte sich unbeeindruckt – und glich nur vier Minuten später durch einen Distanzschuss von Fabio Kaufmann zum 1:1 aus.
Was folgte, war ein wilder Schlagabtausch: In der 17. Minute brachte Jamie Leweling den VfB erneut in Führung, ehe Lion Lauberbach mit einem Doppelpack (27., 33.) das Spiel drehte – 3:2 für die Eintracht zur Pause. Stuttgarts Defensive wirkte in dieser Phase ungewohnt unsortiert, Keeper Nübel sah beim dritten Treffer unglücklich aus.
Stuttgarts Reaktion und Braunschweigs späte Antwort
Nach dem Seitenwechsel stellte Trainer Sebastian Hoeneß taktisch um und brachte Enzo Millot sowie Hiroki Ito. Das Spiel wurde ruhiger – bis zur 60. Minute: Millot setzte sich im Strafraum durch und bediente Guirassy, der aus kurzer Distanz das 3:3 markierte. Nur zehn Minuten später schoss der eingewechselte Silas die Schwaben mit einem satten Linksschuss wieder in Führung – 3:4!
Als viele Fans bereits mit einem knappen Auswärtssieg rechneten, kam Braunschweig in der Nachspielzeit noch einmal zurück. Nach einem unnötigen Ballverlust von Karazor setzte sich Anton Donkor auf der linken Seite durch und fand in der Mitte erneut Lauberbach – 4:4 in der 93. Minute! Das Stadion explodierte, Verlängerung war angesagt.
Verlängerung ohne Sieger, Drama im Elfmeterschießen
In der Verlängerung hatten beide Teams Chancen, doch die Kräfte schwanden zusehends. Braunschweig verpasste die Sensation knapp, als Krauße in der 118. Minute aus kurzer Distanz nur die Latte traf. Auch Stuttgart kam durch Leweling noch zu einem Pfostentreffer – es blieb beim 4:4.
Im Elfmeterschießen bewiesen beide Teams Nervenstärke. Die ersten sieben Schützen beider Mannschaften trafen sicher. Dann scheiterte Braunschweigs Jannis Nikolaou an Nübel, der stark parierte. Für Stuttgart verwandelte anschließend Hiroki Ito den entscheidenden Strafstoß – 8:7!
Stimmen zum Spiel
„Das war ein Wahnsinnsspiel. Kompliment an Braunschweig, sie haben uns alles abverlangt“, sagte Sebastian Hoeneß nach dem Spiel. „Aber wir sind weiter – und das zählt im Pokal.“
Braunschweigs Coach Daniel Scherning sprach von „einem Spiel, das keiner vergessen wird“: „Wir haben alles reingeworfen – aber am Ende hat ein einziger Elfmeter gefehlt.“
Mit diesem dramatischen Sieg zieht der VfB Stuttgart in die zweite Runde des DFB-Pokals ein – und hat sich mit viel Moral, aber auch einer Portion Glück, vor einem frühen Aus gerettet.