Warum Bayer Leverkusen beim Hincapié-Deal mit Arsenal clever gewinnt
Es war ein Transfer, der in ganz Europa für Aufsehen sorgte: Piero Hincapié, der ecuadorianische Verteidigerstar von Bayer Leverkusen, wechselte zu Beginn der Saison 2025/26 zum englischen Spitzenklub FC Arsenal. Doch während viele Fans den Wechsel als einen gewöhnlichen Sommer-Transfer betrachteten, steckt hinter dem Deal eine bemerkenswerte finanzielle Raffinesse seitens der Leverkusener Klubführung – eine Strategie, die dem Verein Millionen sichert und einen cleveren Schachzug gegen Altlasten darstellt.
Der Deal, der offiziell als Leihgeschäft mit anschließender Kaufpflicht deklariert wurde, umfasst eine Leihdauer von einem Jahr mit einer vertraglich festgelegten Kaufverpflichtung in Höhe von rund 42 Millionen Euro, die im Sommer 2026 greift. Auf den ersten Blick wirkt dies wie eine taktische Verzögerung der Zahlung seitens Arsenal. Doch die eigentliche Gewinnerseite ist Leverkusen – und das liegt an einer versteckten, aber entscheidenden Klausel aus Hincapiés Vergangenheit.
Als Bayer Leverkusen den jungen Innenverteidiger im Sommer 2021 vom argentinischen Klub CA Talleres verpflichtete, wurde im Vertrag eine 20-Prozent-Weiterverkaufsbeteiligung vereinbart. Diese besagte, dass im Falle eines direkten Weiterverkaufs ein Fünftel der Transfersumme an den argentinischen Verein fließen würde. Für gewöhnlich eine Standardklausel – doch in diesem Fall öffnete sie Leverkusen die Tür für einen juristisch eleganten Ausweg.
Da der Wechsel zu Arsenal nun formal nicht als direkter Verkauf, sondern als Leihgeschäft mit Kaufpflicht strukturiert ist, umgeht Leverkusen die Zahlungspflicht an Talleres. Laut dem deutschen Fachmagazin Kicker wird Talleres dadurch keinen Cent aus dem Londoner Millionen-Deal sehen – eine Entwicklung, die für Empörung in Südamerika sorgt, für Leverkusen aber einen enormen finanziellen Vorteil bedeutet.
Der Sportdirektor von Leverkusen, fiktiv benannt als Klaus Bergmann, erklärte in einer Pressekonferenz:
„Wir haben alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten. Es ist ein üblicher Mechanismus im modernen Fußballgeschäft. Unsere Verantwortung liegt beim wirtschaftlichen Wohlergehen von Bayer 04.“
Sportlich schmerzt der Verlust von Hincapié natürlich, doch wirtschaftlich könnte der Deal kaum besser laufen. Bereits 2023 hatte Leverkusen seinen Marktwert durch eine Vertragsverlängerung mit Ausstiegsklausel geschickt gesteigert. Nun, zwei Jahre später, wurde der Plan zur finanziellen Maximierung perfekt umgesetzt.
Während Arsenal sich über einen defensivstarken, spielintelligenten Linksfuß freuen darf, feiern die Leverkusener Verantwortlichen einen Transfercoup, der zeigt, wie strategisch durchdacht moderne Deals im Profifußball sein können. Und während Talleres wohl in Buenos Aires auf juristische Schritte sinnt, reibt man sich am Rhein zufrieden die Hände.
Ein Transfer, zwei Sieger – und ein Verlierer: CA Talleres. Doch im Spiel der Millionen gibt es keine Sentimentalitäten.