DFB-Pokal-Thriller: Bayern München zittert sich mit 3:2 über Wehen Wiesbaden ins Achtelfinale
Es war ein Pokalabend, wie er im Buche steht – voller Spannung, Leidenschaft und überraschender Wendungen. In der Brita-Arena in Wiesbaden empfing der Drittligist SV Wehen Wiesbaden niemand Geringeren als den deutschen Rekordmeister Bayern München. Am Ende setzten sich die Münchner mit 3:2 durch, doch das Ergebnis täuscht über die Dramatik und den Kampfgeist der Hausherren hinweg.
Julian Nagelsmann, der den Pokal als klares Ziel ausgegeben hatte, rotierte leicht, ließ aber mit Stars wie Jamal Musiala, Serge Gnabry und dem Neuzugang Hiroshi Ito in der Startelf keinen Zweifel an den Ambitionen des FC Bayern. Wehen-Trainer Markus Kauczinski hingegen setzte auf eine mutige, kompakte Defensive und blitzschnelles Umschaltspiel – eine Strategie, die beinahe für eine Sensation gesorgt hätte.
Bereits in der 9. Minute ging Bayern durch ein Traumtor von Musiala in Führung. Der 21-Jährige tanzte gleich drei Wiesbadener aus und schlenzte den Ball unhaltbar ins rechte Eck. Doch Wehen zeigte sich unbeeindruckt. In der 27. Minute sorgte ein Konter über die rechte Seite für den Ausgleich: Ivan Prtajin nutzte eine Unachtsamkeit in der Bayern-Abwehr und traf aus spitzem Winkel zum 1:1.
Kurz vor der Halbzeit (43.) schlug Bayern zurück. Nach einem feinen Pass von Leroy Sané vollendete der junge Hiroshi Ito eiskalt zum 2:1 – sein erster Pflichtspieltreffer für die Münchner. Die Führung zur Pause schien dem Favoriten Sicherheit zu geben, doch Wehen hatte noch nicht aufgegeben.
In der 61. Minute dann der Schock für Bayern: Nach einem Eckball stieg Kapitän Sascha Mockenhaupt am höchsten und köpfte zum 2:2 ein. Die Arena tobte. Wiesbaden roch an der Sensation, Bayern wankte – doch fiel nicht. Nagelsmann reagierte sofort und brachte Thomas Müller und Joshua Kimmich ins Spiel, um Struktur und Ruhe zurückzubringen.
Der entscheidende Moment kam in der 78. Minute: Nach einem wilden Getümmel im Strafraum landete der Ball bei Müller, der mit all seiner Erfahrung den Ball ins lange Eck schob – 3:2. Es war sein 34. Tor im DFB-Pokal, und wohl eines seiner wichtigsten in den letzten Jahren.
Wehen warf in den letzten Minuten alles nach vorne, selbst Torwart Stritzel ging bei einem letzten Eckball mit in den Strafraum. Doch Bayern rettete die knappe Führung über die Zeit – mehr mit Herz als mit Glanz.
Fazit:
Ein Pokalfight, wie man ihn sich wünscht. Bayern München entgeht nur knapp der Blamage gegen aufopferungsvoll kämpfende Wiesbadener. Der Drittligist verabschiedet sich mit erhobenem Haupt, während Bayern gewarnt ist: Im Pokal ist kein Gegner zu unterschätzen.