Stuttgarts Boss stellte Klubinteresse über alles – Emotionaler Abschied von Woltemade
Stuttgart – Die Entscheidung, den aufstrebenden Stürmer Lennart Woltemade zu verkaufen, hat in den Führungsetagen des VfB Stuttgart für hitzige Diskussionen gesorgt. Der Transfer des 22-jährigen Angreifers zu einem namentlich nicht genannten Premier-League-Klub sorgte nicht nur bei den Fans, sondern auch innerhalb des Vereins für Unruhe. Doch VfB-Sportdirektor Sven Mislintat stellte nun klar: „Am Ende ging es nicht um Einzelinteressen, sondern einzig und allein um das Wohl des Vereins.“
Woltemade, der in der vergangenen Saison mit 14 Toren und 8 Assists maßgeblich zum Erreichen der Europa-League-Plätze beigetragen hatte, galt als Gesicht des Neuaufbaus in Stuttgart. Noch im Frühjahr hatte er öffentlich seine Verbundenheit zum Verein betont, von einem möglichen Kapitänsamt gesprochen und sogar Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt.
„Wir haben intern sehr lange und sehr emotional über diese Entscheidung diskutiert“, gab Mislintat zu. „Lennart ist ein außergewöhnlicher Spieler, aber auch ein Mensch mit klaren Ambitionen. Das Angebot, das auf dem Tisch lag, war sowohl sportlich als auch wirtschaftlich zu gut, um es zu ignorieren.“
Gerüchten zufolge liegt die Ablösesumme bei rund 28 Millionen Euro – eine Summe, die für einen Verein wie den VfB Stuttgart nach wie vor eine bedeutende Rolle spielt. Insbesondere mit Blick auf die geplanten Investitionen in Infrastruktur, Nachwuchsleistungszentrum und Kaderverbreiterung habe man sich schweren Herzens für den Verkauf entschieden.
Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich betroffen, aber verständnisvoll. „Ich hätte ihn sportlich sehr gerne gehalten. Lennart ist nicht nur ein Torjäger, sondern auch ein Anführer auf dem Platz. Doch ich verstehe seine Beweggründe. Und ich verstehe auch die Haltung des Klubs.“
Auch innerhalb der Mannschaft habe der Abgang für gemischte Gefühle gesorgt. Kapitän Waldemar Anton sprach von einer „Lücke, die nicht leicht zu schließen“ sei, während Mittelfeldmotor Angelo Stiller betonte, „dass jeder Spieler nur eine begrenzte Zeit hat, seine Träume zu verwirklichen.“
Woltemade selbst verabschiedete sich via Social Media mit emotionalen Worten: „Stuttgart war mehr als nur ein Klub für mich – es war mein Zuhause. Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht.“
Für die sportliche Leitung beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Mit dem Erlös sollen gezielt zwei Neuzugänge verpflichtet werden – ein flexibler Offensivspieler sowie ein schneller Außenverteidiger stehen laut internen Quellen auf dem Zettel.
Ob der Verkauf langfristig als richtiger Schritt bewertet wird, hängt nicht nur von den Neuzugängen ab, sondern auch davon, ob der VfB seine sportliche Stabilität bewahren kann. Doch eins steht fest: In Stuttgart wurde eine Entscheidung getroffen, die zeigt, dass der Blick für das große Ganze über persönlichen Wunschentscheidungen steht.