RB Leipzig vor der Saison 2025/26: Transfers, Testspiele, Prognosen und ein Hauch von Schicksal
Ein heißer Sommer liegt hinter RB Leipzig, und die Sachsen stehen am Scheideweg. Nach einem Jahr voller Höhen und Tiefen, in dem man zwar erneut die Champions-League-Qualifikation sichern konnte, aber in den entscheidenden Spielen die Konstanz vermissen ließ, richten sich nun alle Augen auf die Saison 2025/26.
Die Transferperiode brachte einige überraschende Wendungen. Mit Loïs Openda, der nach einer hitzigen Auseinandersetzung mit Mitspielern und Trainerteam bereits im Frühjahr den Verein verließ, hat Leipzig einen wichtigen Torjäger verloren. Doch die sportliche Leitung um Max Eberl – trotz aller Gerüchte um einen möglichen Wechsel – reagierte entschlossen: Vom FC Porto kam der junge Stürmer Henrique Silva, ein pfeilschneller Angreifer mit Torinstinkt, der als die nächste große Entdeckung der Bundesliga gehandelt wird. Zudem kehrte Dani Olmo nach monatelangen Verletzungspausen zurück und soll zum Fixpunkt des Offensivspiels werden.
Auch die Defensive wurde verstärkt. Mit dem französischen Innenverteidiger Lucas Boucher, einem 21-jährigen Talent von Stade Rennes, setzt Leipzig auf jugendliche Dynamik und Tempo in der Abwehr. Der Abgang von Mohamed Simakan schmerzte zwar, doch im Verein ist man überzeugt, mit Boucher langfristig sogar noch mehr Potenzial gewonnen zu haben.
Die Vorbereitungsspiele verliefen gemischt. Ein überzeugender 4:1-Sieg gegen Ajax Amsterdam zeigte das offensive Feuerwerk, das Marco Rose seinem Team eingeimpft hat. Gleichzeitig offenbarte ein ernüchterndes 0:3 gegen Tottenham Hotspur, dass Leipzigs Abwehr noch nicht die nötige Stabilität besitzt. In den Trainingseinheiten legt Rose daher besonderen Wert auf Pressing-Organisation und schnelle Umschaltmomente – Tugenden, die in Leipzig seit Jahren das Erfolgsrezept darstellen.
Die voraussichtliche Startelf für den Bundesliga-Auftakt zeichnet sich ab: Blaswich im Tor; eine Viererkette mit Henrichs, Orban, Boucher und Raum; im Mittelfeld Xavi Simons, Schlager und Haidara als Motoren; in der Offensive Dani Olmo als Zehner hinter dem Sturmduo Silva und Sesko. Eine Formation, die Tempo, Technik und Torgefahr vereint – wenn alle Zahnräder ineinandergreifen.
Die Erwartungen sind hoch. Leipzig will nicht nur erneut in die Champions League einziehen, sondern endlich auch ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen. Bayern München wirkt nach internen Turbulenzen angreifbar, Borussia Dortmund steckt im Umbruch – warum also nicht die Chance nutzen? In Leipzig herrscht ein vorsichtiger Optimismus, doch auch eine gewisse Nervosität: Zu oft schon hat das Team in entscheidenden Momenten Nerven gezeigt.
Prognosen schwanken zwischen Euphorie und Skepsis. Manche Experten sehen Leipzig als Geheimfavoriten auf den Titel, andere befürchten, dass die Abgänge von Openda und Simakan schwerer wiegen, als es derzeit scheint. Sicher ist: Die Saison 2025/26 könnte zu einem Wendepunkt für den Klub werden. Entweder gelingt der endgültige Schritt in die Bundesliga-Spitze – oder man bleibt ein Team, das zwar schön spielt, aber am Ende nur Dritter oder Vierter wird.
In der Red Bull Arena jedenfalls träumt man schon von magischen Nächten im Mai, wenn vielleicht doch die Schale nach Leipzig wandert – ein Szenario, das längst nicht mehr ausgeschlossen scheint.