DFB-Pokal-Thriller: Ein historischer Fußballabend in Stuttgart – VfB zittert sich nach irrem 4:4 gegen Eintracht Braunschweig mit 8:7 im Elfmeterschießen weiter
Es war ein Abend, den Fußballfans so schnell nicht vergessen werden. In einem Spiel, das alles bot – Dramatik, Tore, Emotionen – setzte sich der VfB Stuttgart in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 8:7 im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Eintracht Braunschweig durch, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 4:4 gestanden hatte. Ein wilder Ritt durch 120 Minuten Fußballwahnsinn.
Schon in der ersten Halbzeit zeigte sich, dass dies kein gewöhnliches Pokalspiel werden würde. Braunschweig, als klarer Außenseiter angereist, präsentierte sich mutig und aggressiv. Bereits in der 6. Minute gingen die Niedersachsen überraschend durch einen Distanzschuss von Fabio Kaufmann in Führung. Der VfB wirkte zunächst geschockt, fand jedoch durch ein Kopfballtor von Serhou Guirassy nach einer Ecke in der 19. Minute zurück ins Spiel. Es folgte ein offener Schlagabtausch: Erst brachte Manuel Wintzheimer Braunschweig erneut in Führung, dann glich Enzo Millot mit einem satten Schuss unter die Latte aus. Zur Pause stand es 2:2 – doch das Spektakel sollte erst beginnen.
Die zweite Halbzeit war an Spannung kaum zu überbieten. Braunschweig verteidigte leidenschaftlich, Stuttgart drängte – und wurde in der 68. Minute belohnt, als Silas Katompa Mvumpa einen Konter eiskalt vollendete. Doch anstatt sich zurückzulehnen, kassierte der VfB fast postwendend den Ausgleich durch einen wuchtigen Kopfball von Jannis Nikolaou nach einem Freistoß – 3:3!
Als Guirassy in der 87. Minute zum 4:3 für die Schwaben traf, glaubten viele an die Entscheidung. Doch Braunschweig hatte andere Pläne: In der Nachspielzeit schockte Anton Donkor mit einem Volleyschuss aus 18 Metern die Heimfans – 4:4!
In der Verlängerung schwanden die Kräfte, doch beide Teams warfen alles hinein. Trotz guter Chancen auf beiden Seiten fiel kein weiteres Tor. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen – ein Nervenspiel der Extraklasse.
Dort verwandelten beide Mannschaften sicher, bis beim Stand von 7:7 Braunschweigs Verteidiger Brian Behrendt scheiterte – sein Schuss klatschte an die Latte. Der eingewechselte Hiroki Ito trat für den VfB an, behielt die Nerven und versenkte den Ball unhaltbar im linken unteren Eck.
Die Mercedes-Benz Arena explodierte. Spieler lagen sich in den Armen, Fans sangen in Ekstase. Es war kein perfektes Spiel, aber eines, das durch seine unvorhersehbare Dramatik und pure Emotion in die Geschichte eingehen wird. Für den VfB Stuttgart bedeutet dieser Pokalabend ein Weiterkommen – für Eintracht Braunschweig bleibt die Gewissheit, dem Favoriten alles abverlangt zu haben.
Ein Pokalspiel, das zeigt, warum dieser Wettbewerb so geliebt wird: Weil der Fußball hier sein wildestes, ehrlichstes
Gesicht zeigt.