Anselmino fehlt im Dortmunder Kader: Fitnessprobleme bremsen das argentinische Talent aus
Borussia Dortmund sorgt in dieser Saison für viele Schlagzeilen – sei es durch starke Auftritte in der Bundesliga, Diskussionen um Kaderbreite oder den anhaltenden Konkurrenzkampf im Mittelfeld. Doch die Abwesenheit eines jungen Talents sorgt nun für Nachfragen: Argentino Anselmino, der vielversprechende Abwehrspieler aus Buenos Aires, steht derzeit nicht im Kader. Grund dafür sind anhaltende Fitnessprobleme, die sowohl Verein als auch Spieler bremsen.
Schon seit Wochen kursierten Gerüchte, dass Anselmino nicht bei 100 Prozent sei. Trainer Edin Terzić bestätigte am Freitag offiziell, dass der 21-Jährige aktuell individuell trainiere und vorerst keine Option für die Bundesliga-Spiele sei. „Anselmino ist ein Spieler mit großem Potenzial, aber wir müssen geduldig sein. Er braucht Zeit, um seinen Körper auf das Niveau zu bringen, das wir in Dortmund verlangen“, erklärte der Coach.
Anselmino war im vergangenen Winter aus Argentinien nach Deutschland gewechselt, mit großen Vorschusslorbeeren. In seiner Heimat galt er als eines der spannendsten Talente in der Innenverteidigung, technisch stark, zweikampfhart und mit einer beeindruckenden Spielübersicht. Viele Fans sahen in ihm die langfristige Lösung für die Dortmunder Defensive, zumal Mats Hummels den Verein im Sommer verlassen hatte.
Doch die Realität in der Bundesliga ist gnadenlos. Intensität, Spielrhythmus und physische Anforderungen liegen weit über dem, was Anselmino bisher gewohnt war. Schon in der Saisonvorbereitung wurde deutlich, dass er Probleme hatte, das Tempo dauerhaft mitzugehen. Immer wieder litt er unter muskulären Beschwerden, die ihn zurückwarfen. Anstatt sich mit den Etablierten wie Schlotterbeck oder Süle zu messen, musste er Einheiten im Kraftraum und Reha-Programme absolvieren.
Für Borussia Dortmund ist die Situation ärgerlich, denn die Verantwortlichen hatten auf einen schnelleren Integrationsprozess gehofft. Doch im Verein herrscht kein Zweifel daran, dass sich die Investition lohnen wird. „Er hat alles, was ein moderner Innenverteidiger braucht. Wir müssen nur dafür sorgen, dass er gesund und stabil bleibt. Dann wird er uns noch viel Freude bereiten“, so Sportdirektor Sebastian Kehl.
Auch die Fans sind hin- und hergerissen. Einerseits sorgt die Ungeduld für kritische Stimmen – schließlich wünscht man sich Verstärkung auf einer Schlüsselposition. Andererseits sind die Anhänger des BVB bekannt für ihre Geduld mit jungen Spielern. Nicht wenige erinnern sich an Beispiele wie Ousmane Dembélé oder Jude Bellingham, die Zeit brauchten, um ihre Rollen zu finden, bevor sie auf höchstem Niveau glänzten.
Für Anselmino selbst bedeutet die aktuelle Situation Frust und Motivation zugleich. In Interviews betont er immer wieder, wie sehr er die Herausforderung in Dortmund schätzt. „Das Tempo, die Intensität – das ist alles neu für mich. Aber ich will mich hier durchsetzen. Ich weiß, dass mein Moment kommen wird“, sagte er zuletzt.
Wann dieser Moment eintritt, ist offen. Sicher ist jedoch: Sobald Anselmino fit und einsatzbereit ist, wird er eine wichtige Rolle in den Dortmunder Plänen spielen. Bis dahin bleibt Geduld gefragt – sowohl von Verein und Fans als auch vom Spieler selbst, der erst noch beweisen muss, dass er den Sprung aus Argentinien nach Europa erfolgreich meistern kann.