Hamann rechnet gnadenlos mit Stuttgart ab: „So ein Auftritt ist ein Offenbarungseid!“
Nach der ernüchternden 1:3-Niederlage des VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg platzte Dietmar Hamann der Kragen. In der Nachbesprechung bei einem Sportsender fand der ehemalige Nationalspieler und TV-Experte deutliche Worte – und nahm dabei weder Spieler noch Trainer in Schutz. Für ihn ist klar: Der Traditionsklub aus Schwaben steuert mit offenen Augen in die Krise.
„Das war ein blutleerer, mutloser Auftritt. Wenn du im Derby so auftrittst, dann hast du in der Bundesliga nichts verloren“, schimpfte Hamann und legte noch nach: „Das ist kein einmaliger Ausrutscher – das zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Keine Mentalität, keine Struktur, keine Reaktion.“
Fehlende Führung, schwache Defensive
Stuttgart, das vor der Saison noch ambitionierte Ziele ausgerufen hatte – man wollte oben mitspielen, eventuell sogar ins internationale Geschäft – wirkt aktuell wie ein Schatten seiner selbst. Gegen Freiburg offenbarte die Mannschaft einmal mehr eklatante Schwächen in der Defensive. Bereits nach 25 Minuten lag man mit 0:2 zurück. Die Abwehr wirkte orientierungslos, die Zweikämpfe wurden verloren, das Zentrum preisgegeben.
Hamann sieht das Problem nicht nur in der Abwehrreihe, sondern im gesamten Konstrukt: „Da ist niemand auf dem Platz, der das Heft in die Hand nimmt. Kein Lautsprecher, kein Anführer. Es wirkt, als wären elf Einzelspieler auf dem Feld – aber kein Team.“
Trainer in der Kritik
Auch Trainer M. Reuter (fiktiver Name) blieb von der Kritik nicht verschont. Hamann stellte offen infrage, ob er noch der richtige Mann sei, um das Ruder herumzureißen. „Ich sehe keine Entwicklung, keine Idee, keinen Plan B. Wenn du nach einem Gegentor sofort auseinanderfällst, dann ist das auch eine Frage der Einstellung – und dafür ist der Trainer mitverantwortlich.“
Insbesondere die fehlende Anpassungsfähigkeit während des Spiels kritisierte Hamann scharf. „Man liegt hinten und spielt weiter, als würde man führen. Kein Umstellen, kein Aufbäumen – das ist beunruhigend.“
Ein Weckruf zur rechten Zeit?
Der Frust sitzt tief in Stuttgart – bei den Fans, in der Führungsetage, nun auch bei neutralen Experten. Hamanns Kritik mag hart sein, doch sie trifft einen wunden Punkt. In den sozialen Medien wird seine Einschätzung heiß diskutiert. Viele Fans stimmen ihm zu: Es brauche eine radikale Kurskorrektur, bevor die Saison komplett gegen die Wand gefahren wird.
Ob seine Worte als Weckruf verstanden werden oder das Tischtuch zwischen Öffentlichkeit und Mannschaft endgültig zerschnitten ist, wird sich zeigen. Sicher ist nur: Der VfB steht am Scheideweg. Und die kommenden Spiele könnten über weit mehr entscheiden als nur Tabellenplätze – vielleicht sogar über die Zukunft des Vereins in der Bundesliga