Wagner verärgert über Schiedsrichterleistung bei Niederlage gegen St. Pauli
Hamburg – Nach dem intensiven 1:2 gegen den FC St. Pauli war bei FCA-Cheftrainer Daniel Wagner nicht nur die Enttäuschung über das Ergebnis spürbar, sondern auch deutlicher Unmut über die Schiedsrichterentscheidungen. Der neue Mann an der Seitenlinie der Fuggerstädter machte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel keinen Hehl aus seinem Ärger.
„Es waren mehrere 50/50-Entscheidungen, bei denen wir einfach immer das Nachsehen hatten“, sagte Wagner mit betont ruhiger, aber klarer Stimme. „Ich stelle die Integrität niemandes infrage, aber das war heute nicht ausgewogen.“
Die Partie im ausverkauften Millerntor-Stadion hatte von Beginn an hohe Intensität. St. Pauli agierte druckvoll, während Augsburg mit einer kompakten Defensive dagegenhielt. In der 24. Minute fiel dann das erste Tor für die Hausherren – allerdings unter umstrittenen Umständen. St. Paulis Mittelstürmer Marcel Hartel drückte den Ball nach einem Eckstoß über die Linie, doch Wagner und sein Team reklamierten ein Foul an FCA-Torwart Finn Dahmen.
„Für mich war das ein klares Wegstoßen im Fünfmeterraum. Wenn wir anfangen, das nicht mehr zu pfeifen, dann weiß ich auch nicht mehr“, so Wagner. Der VAR griff nicht ein – die Entscheidung des Unparteiischen stand.
Augsburg fand durch diesen Rückschlag erst spät wieder ins Spiel. Nach der Halbzeit kam der FCA mutiger aus der Kabine, und in der 58. Minute belohnte sich die Mannschaft mit dem Ausgleich: Ermedin Demirović traf per Kopf nach einer präzisen Flanke von Ruben Vargas.
Doch nur zehn Minuten später der nächste Aufreger: Nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für St. Pauli – erneut eine Szene, die für hitzige Diskussionen sorgte. „Aus meiner Sicht rutscht unser Spieler weg und trifft klar den Ball. Dass das ein Elfer sein soll, ist mir ein Rätsel“, sagte Wagner. St. Paulis Johannes Eggestein verwandelte sicher zum 2:1-Endstand.
Auch abseits dieser Szenen sah Wagner ein generelles Ungleichgewicht in der Spielleitung. „Kleine Fouls, Einwürfe, Zweikampfentscheidungen – es geht nicht um die großen Aufreger allein. Es war einfach eine Tendenz spürbar, die nicht zu unseren Gunsten war.“
Trotz allem lobte Wagner seine Mannschaft für die Reaktion nach dem Rückstand: „Wir haben Charakter gezeigt, wir haben gefightet. Wenn wir diese Energie mitnehmen, werden wir bald die Punkte holen, die wir verdienen.“
Für den FC Augsburg war es die zweite Niederlage in Folge, doch Wagner bleibt kämpferisch. „Wir lassen uns davon nicht beirren. Das ist ein Prozess, wir sind am Anfang. Aber wir müssen erwarten, dass Spiele auf Augenhöhe auch so geleitet werden.“
Der Frust über die Niederlage ist spürbar – doch vielleicht ist genau dieser Ärger der Treibstoff, den Wagner braucht, um seine Mannschaft in den kommenden Wochen zu pushen.