Titel: Stuttgart atmet Fußball – und Bilal El Khannouss ist mittendrin
Bilal El Khannouss steht erst seit wenigen Tagen beim VfB Stuttgart unter Vertrag, und doch wirkt es, als sei er schon viel länger Teil dieses Vereins. Es ist nicht nur das Trikot mit dem roten Brustring, das ihm gut steht – es ist die Haltung, die Bereitschaft, und diese Mischung aus Bescheidenheit und Ehrgeiz, die ihn sofort zu einem Hoffnungsträger machen.
Der Wechsel aus Genk in die Bundesliga war ein mutiger Schritt. Viele junge Spieler zögern, wenn es darum geht, ihre Komfortzone zu verlassen. Nicht so El Khannouss. „Ich wollte mich weiterentwickeln. Und der VfB hat mir das Gefühl gegeben, dass ich hier wachsen kann“, erklärte er bei seiner Vorstellung.
Sein Debüt in der Fremde – ein Auswärtsspiel unter Flutlicht – verlief unspektakulär, aber vielversprechend. Er wurde spät eingewechselt, zeigte aber in wenigen Ballaktionen, worauf sich die Fans freuen dürfen: Ruhe am Ball, präzise Pässe, clevere Bewegungen zwischen den Linien. Kein hektischer Neuling, sondern ein Spieler, der seine Rolle versteht.
Jetzt wartet das erste Heimspiel. Freitagabend, Mercedes-Benz Arena, über 50.000 Menschen – darunter Tausende, die genau auf diesen Moment gespannt sind: Wie wird sich der junge Marokkaner vor heimischem Publikum präsentieren?
Im Training zeigt er sich fokussiert, lacht viel, kommuniziert auf Französisch und Englisch mit den Mitspielern, und immer öfter auch auf Deutsch. Der Klub unterstützt ihn intensiv bei der Eingewöhnung. In der Stadt hat er bereits eine Wohnung gefunden, unweit des Kesselrands, ruhig gelegen, mit Blick ins Grüne – ein Rückzugsort, den er nach intensiven Tagen schätzt.
Doch El Khannouss weiß, dass im Fußball nicht viel Zeit für Eingewöhnung bleibt. „Ich möchte dem Trainer zeigen, dass ich bereit bin – nicht irgendwann, sondern jetzt.“ Die Konkurrenz im Mittelfeld ist stark, doch intern lobt man bereits seine Spielintelligenz und die außergewöhnliche Technik. Im Training überzeugt er durch Übersicht und saubere Entscheidungsfindung – auch unter Druck.
Der VfB hat sich in den letzten Jahren einen Ruf erarbeitet, junge Talente nicht nur zu holen, sondern auch weiterzubringen. Spieler wie Wataru Endo, Josha Vagnoman oder Enzo Millot sind Beispiele dafür. El Khannouss könnte der nächste in dieser Reihe sein – ein Mittelfeldstratege, der nicht nur mitspielt, sondern den Takt vorgibt.
Freitag ist mehr als nur ein Spiel. Es ist die Bühne, auf der Bilal El Khannouss erstmals seine neue Heimat richtig spüren wird. Ein gelungener Auftritt – vielleicht sogar mit einem Tor oder einer Vorlage – könnte der Auftakt zu etwas Größerem sein.
Die Cannstatter Kurve ist bereit. Stuttgart ist bereit. Und Bilal El Khannouss? Er wirkt, als sei er genau dort angekommen, wo er hingehört.