Vertragsfrage bei BVB-Trio: Kehl nimmt Stellung zu Süle, Can und Brandt
In Dortmund knistert es hinter den Kulissen – nicht wegen sportlicher Turbulenzen, sondern aufgrund vertraglicher Entscheidungen, die die Zukunft von drei Schlüsselspielern maßgeblich beeinflussen könnten. Niklas Süle, Emre Can und Julian Brandt, allesamt etablierte Kräfte bei Borussia Dortmund, stehen vor einem entscheidenden Karriereabschnitt: Ihre Verträge laufen im Sommer 2026 aus – Gespräche über Verlängerungen oder mögliche Trennungen stehen unmittelbar bevor.
Sportdirektor Sebastian Kehl, bekannt für seine klare Kante und strategische Weitsicht, äußerte sich nun öffentlich zu der Situation – und seine Worte haben Gewicht. „Wir befinden uns in einem sensiblen, aber auch entscheidenden Prozess. Alle drei Spieler haben für den Verein Großes geleistet – doch wir müssen auch die Zukunft im Blick behalten“, sagte Kehl am Rande einer Medienrunde nach dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.
Kehl bestätigte, dass bereits erste Sondierungsgespräche mit den Beratern geführt wurden. „Es gibt ein grundsätzliches Interesse unsererseits, mit allen dreien weiterzuarbeiten – aber das bedeutet nicht, dass wir automatisch verlängern.“ Der ehemalige BVB-Kapitän betonte, dass Faktoren wie Formkurve, Verletzungsanfälligkeit, Gehaltsstruktur und sportliche Ausrichtung in die Entscheidungen einfließen würden.
Niklas Süle, der 2022 vom FC Bayern kam, galt als Königstransfer. Doch in den letzten Monaten wurde Kritik an seiner Fitness und Konstanz laut. Intern heißt es, der Klub erwarte eine spürbare Leistungssteigerung, bevor man über eine Verlängerung sprechen könne.
Emre Can, mittlerweile Kapitän und Anführer im Mittelfeld, polarisiert: kämpferisch, lautstark, aber auch nicht frei von Formschwankungen. Kehl lobte seine Führungsqualitäten, deutete aber an, dass auch hier eine strategische Entscheidung fallen müsse – „im Sinne des gesamten Kaders“.
Julian Brandt wiederum hat sich seit der Saison 2022/23 als einer der kreativsten Offensivspieler etabliert. Sein Marktwert ist gestiegen, auch internationale Topklubs beobachten seine Situation aufmerksam. „Julian ist ein Spieler mit außergewöhnlicher Qualität. Natürlich wissen wir, was wir an ihm haben“, so Kehl. Dennoch sei es ein „beiderseitiger Prozess“, bei dem auch der Spieler seine Perspektiven abwäge.
Inoffiziell wird gemunkelt, dass Dortmund intern bereits Szenarien durchspielt: eine mögliche Vertragsverlängerung mit leistungsbezogenen Boni bei Süle, ein langfristiger Verbleib von Brandt als „Gesicht der Offensive“, aber auch ein denkbarer Wechsel von Emre Can – je nach Saisonverlauf.
Die nächsten Monate dürften also richtungsweisend werden – nicht nur für das Trio, sondern auch für die strategische Ausrichtung des Vereins. Kehl machte klar: „Wir wollen frühzeitig Klarheit schaffen – aber nicht unter Druck entscheiden. Borussia Dortmund muss am Ende stärker aus diesen Gesprächen hervorgehen – sportlich wie wirtschaftlich.“