Torfestival in Turin: Dortmund und Juventus trennen sich 4:4 nach irrem zweiten Durchgang
Turin – Was für ein Abend in der UEFA Champions League! Der Allianz Stadium bebte, als Borussia Dortmund und Juventus Turin sich ein atemberaubendes 4:4-Unentschieden lieferten – alle acht Tore fielen in einer denkwürdigen zweiten Halbzeit. Es war ein Spiel, das alles bot: Tempo, Emotionen, Wendungen – und am Ende einen BVB, der trotz großem Aufwand nur mit einem Punkt nach Hause fährt.
Erste Hälfte: Viel Taktik, wenig Tore
Dabei hatte zunächst wenig auf ein solches Spektakel hingedeutet. Die erste Halbzeit war von Vorsicht geprägt. Dortmund kontrollierte das Spiel phasenweise mit hoher Ballbesitzquote, während Juventus – ganz Allegri-typisch – tief stand und auf Konter lauerte. Chancen waren Mangelware, der Halbzeitpfiff fast eine Erleichterung für die Zuschauer, die mehr erwartet hatten.
Doch dann kam Halbzeit zwei – und mit ihr ein Fußball-Orkan.
Der Wahnsinn beginnt in Minute 49
Kaum war der Ball wieder im Spiel, stand es plötzlich 1:0 für Juventus: Federico Chiesa vollendete einen schnellen Gegenstoß mit einem Flachschuss ins rechte Eck (49.). Dortmund antwortete jedoch prompt: Julian Brandt erzielte per Weitschuss in der 52. Minute den Ausgleich – und das Spiel explodierte.
Nur drei Minuten später war es Donyell Malen, der nach feiner Kombination mit Jamie Bynoe-Gittens zur 2:1-Führung für den BVB traf. Doch Juve antwortete mit Wucht: Dusan Vlahović glich in der 61. Minute aus – 2:2.
Was dann folgte, war ein wilder Schlagabtausch. Dortmund schien alles im Griff zu haben, als Marco Reus, nach seiner Einwechslung frenetisch gefeiert, mit einem perfekten Freistoß auf 3:2 stellte (70.). Als dann Karim Adeyemi in der 76. Minute nach einem Konter das 4:2 erzielte, schien der Auswärtssieg in trockenen Tüchern.
Juventus schlägt in letzter Sekunde zurück
Doch Juventus bewies Moral – und Nervenstärke. In der 84. Minute verkürzte Weston McKennie nach einer Ecke per Kopf auf 3:4. Die Dortmunder versuchten, das Spiel zu beruhigen, doch Juve war nun nicht mehr zu stoppen. In der 93. Minute, mit dem allerletzten Angriff, war es erneut Vlahović, der nach einem Durcheinander im Strafraum den Ball über die Linie drückte – 4:4!
Die Jubelszenen der Bianconeri standen in starkem Kontrast zur Fassungslosigkeit bei Dortmund. Trainer Edin Terzić rang nach Abpfiff um Fassung: „So ein Spiel darf man nicht mehr aus der Hand geben. Wir haben fantastische Tore gemacht, aber am Ende zwei Punkte verschenkt.“
Fazit
Ein Spiel, das in die Annalen der Champions League eingeht. Acht Tore, jede Menge Drama und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Dortmund hatte den Sieg vor Augen, doch Juventus bewies eindrucksvoll, dass ein Spiel erst mit dem Abpfiff vorbei ist.
Man of the Match: Dusan Vlahović – mit zwei Toren und unermüdlichem Einsatz.
Endstand: Juventus – Dortmund 4:4.