Kehl beruhigt nach Elfer-Streit: „War nach dem Spiel kein Thema mehr – die beiden verstehen sich bestens“
Dortmund – Es war die Szene, die beim spektakulären 4:4 von Borussia Dortmund bei Juventus Turin für hitzige Diskussionen sorgte: Kurz vor dem Strafstoß in der 76. Minute, beim Stand von 3:2 für den BVB, gerieten Julian Brandt und Donyell Malen auf dem Platz in eine kurze, aber deutliche Diskussion darüber, wer den Elfmeter schießen darf.
Am Ende trat Malen an – und verwandelte souverän. Doch die kurze Irritation auf dem Spielfeld wurde von Kameras eingefangen und sorgte in sozialen Medien und Fußballtalks für reichlich Spekulationen über interne Spannungen.
Sportdirektor Sebastian Kehl trat nun entschieden auf die Bremse:
„Das war in dem Moment Emotion, Adrenalin, Siegeswille – aber kein Streit, der über das Spiel hinaus ging. In der Kabine wurde das direkt geklärt.“
Malen oder Brandt? Keine klare Zuteilung
Auf Nachfrage erklärte Kehl, dass es keine feste Reihenfolge für Elfmeterschützen gebe, wenn der etatmäßige Schütze – in diesem Fall Niclas Füllkrug, der bereits ausgewechselt war – nicht auf dem Feld steht. „Beide sind erfahrene Spieler, beide wollten Verantwortung übernehmen. Dass es da einen kurzen Austausch gibt, ist menschlich – und aus meiner Sicht sogar positiv.“
Trainer Niko Kovač, der nach dem Spiel ebenfalls auf das Thema angesprochen wurde, zeigte sich entspannt:
„Solange der Ball drin ist, ist mir egal, wer schießt – ehrlich gesagt. Das zeigt mir, dass die Spieler Verantwortung übernehmen wollen. Wir haben das intern angesprochen, die Jungs haben sich die Hand gegeben, alles gut.“
„Wollte einfach schießen“ – Malen äußert sich
Auch Donyell Malen selbst sprach nach dem Spiel offen über die Szene:
„Ich war überzeugt, dass ich treffe. Ich hab mich gut gefühlt, hab den Ball genommen. Julian wollte auch – aber ich habe einfach schnell reagiert.“
Er betonte: „Wir sind ein Team. Danach haben wir uns abgeklatscht – da war null Stress.“ Tatsächlich war Brandt der Erste, der Malen nach dem Tor umarmte und ihm auf die Schulter klopfte.
Medien übertreiben, Fans bleiben ruhig
Während einige Medien bereits von einem „internen Machtkampf“ schrieben, blieb die Fanbasis des BVB erstaunlich gelassen. Auf den sozialen Kanälen lobten viele Anhänger den „Biss“ der Spieler und bezeichneten die Szene als „Zeichen von Verantwortungslust“.
Ein Kommentar auf X (ehemals Twitter) brachte es auf den Punkt:
„Lieber zwei Spieler, die sich um den Elfer reißen, als keiner, der sich traut!“
Fazit: Sturm im Wasserglas
Was wie ein handfester Streit wirken konnte, war in Wirklichkeit ein Moment des sportlichen Ehrgeizes in einem hochemotionalen Spiel. Der BVB hat das Thema intern souverän gelöst – und bewiesen, dass man auch mit kleinen Konflikten professionell umgehen kann.
Kehl und Kovač bleiben gelassen – und die Mannschaft rückt näher zusammen.