„Kommt schon, Jungs“: Kompany genervt von Rotations-Debatte beim FC Bayern
Vincent Kompany ist bekannt dafür, klare Worte zu finden – sowohl auf als auch neben dem Platz. Der neue Trainer des FC Bayern München sieht sich nach wenigen Wochen im Amt bereits mit einer hitzigen Diskussion konfrontiert: der Frage nach seiner Rotation. In den vergangenen Spielen hatte der Belgier mehrfach überraschend die Startaufstellung verändert, Leistungsträger auf die Bank gesetzt und jungen Spielern Chancen gegeben. In München, wo die Erwartungen an Konstanz und Siege traditionell hoch sind, stieß dies sofort auf Kritik.
Nach dem letzten Bundesligaspiel, das die Bayern knapp gewannen, wurde Kompany auf die wiederholten Wechsel angesprochen. Sichtlich genervt reagierte der Coach: „Kommt schon, Jungs. Rotation ist kein Problem, sondern eine Lösung. Wir spielen alle drei Tage – wenn wir nicht rotieren, brechen uns die Spieler im Frühjahr weg.“ Mit diesen Worten machte er deutlich, dass er sich nicht von der öffentlichen Debatte verunsichern lässt.
Balance zwischen Belastung und Anspruch
Kompany verweist immer wieder auf die hohe Belastung durch Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal. Der Kader sei groß und tief besetzt, die Qualität auf fast jeder Position herausragend. „Warum sollten wir diese Breite nicht nutzen?“, fragte er rhetorisch. Tatsächlich standen in den letzten fünf Pflichtspielen insgesamt 22 verschiedene Spieler in der Startformation. Während Fans und Experten darüber diskutieren, ob dies der Rhythmusfindung schadet, sieht Kompany darin eine notwendige Maßnahme, um Verletzungen vorzubeugen und alle Spieler eingebunden zu halten.
Interne Unterstützung aus dem Kader
Innerhalb der Mannschaft stößt der Ansatz offenbar auf breite Zustimmung. Kapitän Joshua Kimmich betonte: „Natürlich will jeder spielen, aber wir wissen, dass wir am Ende nur gemeinsam erfolgreich sein können. Die Rotation macht uns unberechenbarer.“ Auch Harry Kane, der trotz hoher Belastung immer wieder von Beginn an aufläuft, zeigte Verständnis: „Wenn ich mal eine Pause bekomme, ist das kein Problem. Es geht darum, dass wir als Team frisch bleiben.“
Medien und Experten kritisieren fehlende Kontinuität
In den Medien wird der Ansatz dagegen deutlich kritischer bewertet. Mehrere Kommentatoren warfen Kompany vor, der Mannschaft durch zu viele Wechsel die Stabilität zu nehmen. Vor allem in der Defensive, wo verschiedene Innenverteidiger-Paare ausprobiert wurden, sei noch keine eingespielte Formation zu erkennen. Ehemalige Profis wie Lothar Matthäus äußerten, dass ein Spitzenteam eine klare Achse brauche, auf die man sich verlassen könne.
Kompanys langfristiger Plan
Kompany zeigt sich von solchen Stimmen unbeeindruckt. Für ihn steht fest: Nur ein ausgeruhter und breit eingesetzter Kader kann die hohen Saisonziele erreichen. „Wenn wir im März und April noch in allen Wettbewerben vertreten sind, dann zahlt sich diese Strategie aus“, erklärte er selbstbewusst. Der Belgier verweist dabei auch auf seine Erfahrungen aus der Premier League, wo Rotationsprinzipien längst etabliert sind.
Ob die Bayern-Fans seine Geduld teilen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Kompany will sich von außen nicht in seine Linie hineinreden lassen. Die Rotations-Debatte dürfte ihn also auch in den kommenden Wochen nicht von seinem Kurs abbringen – zumal die Ergebnisse bisher stimmen.
Mit seinem energischen „Kommt schon, Jungs“ hat Kompany unmissverständlich klargemacht: Die Rotation beim FC Bayern ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern Teil seines Plans, den Rekordmeister langfristig kon
kurrenzfähig zu halten.