Titel: Hoeneß lobt Karazors Duellstärke – Der Schlüssel zum Befreiungsschlag gegen St. Pauli?
Es war ein Spiel, das unter Strom stand: Der VfB Stuttgart empfing den FC St. Pauli in einer Partie, die nicht nur tabellarisch, sondern auch emotional unter Hochspannung stand. Nach einer Serie durchwachsener Auftritte stand der VfB unter Zugzwang – ein Sieg musste her, um den Befreiungsschlag zu landen und die drohende Herbstkrise abzuwenden. Und mittendrin: Atakan Karazor.
Schon in der Pressekonferenz vor dem Spiel ließ Trainer Sebastian Hoeneß durchblicken, auf wen er besonders setzen würde: „Atakan bringt eine körperliche Präsenz und strategische Klarheit mit, die in einem Spiel wie diesem entscheidend sein kann. Besonders sein Duellverhalten wird eine Schlüsselrolle spielen.“
Der 27-jährige Mittelfeldspieler, oft als „unsichtbarer Held“ bezeichnet, rückte diesmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In der Partie gegen die ballsicheren und spielstarken Hamburger übernahm Karazor nicht nur Verantwortung, sondern auch das Kommando im Mittelfeld. Seine Zweikampfstärke war beeindruckend: Mit einer Erfolgsquote von über 70 Prozent ließ er den gegnerischen Spielmachern kaum Raum zur Entfaltung.
Das Duell mit St. Paulis kreativer Schaltzentrale, Marcel Hartel, entwickelte sich zur taktischen Schlüsselszene des Spiels. Immer wieder stellte sich Karazor zwischen Ball und Gegner, antizipierte Passwege, fing Bälle ab und leitete schnelle Umschaltmomente ein. In der 34. Minute resultierte aus genau so einer Aktion der Führungstreffer für den VfB: Karazor eroberte den Ball an der Mittellinie, leitete sofort auf Millot weiter, der Chris Führich in Szene setzte – 1:0.
Nach dem Spiel fand Hoeneß klare Worte: „Das war eine taktisch extrem disziplinierte Leistung von Ata. Er war der Ruhepol, der Staubsauger und der Taktgeber zugleich. Solche Spieler machen in engen Spielen den Unterschied.“
Doch es war nicht nur das Spielerische. Karazors Körpersprache, sein ständiges Antreiben der Mitspieler, seine Kommandos auf dem Platz – all das zeigte, wie sehr er in die Rolle eines Führungsspielers hineingewachsen ist. In der zweiten Halbzeit, als St. Pauli drückte, war es erneut Karazor, der mit zwei wichtigen Balleroberungen im eigenen Drittel den Druck entschärfte.
Am Ende stand ein 2:0 für Stuttgart – nicht glanzvoll, aber kämpferisch überzeugend. Ein Befreiungsschlag, wie viele ihn nennen würden. Und Atakan Karazor? Der wurde nach Abpfiff von den Fans gefeiert wie ein Torjäger.
Für Hoeneß ist klar: „Wenn wir diesen Spirit, diese Haltung beibehalten – angeführt von einem Spieler wie Atakan –, dann können wir aus dieser Phase gestärkt hervorgehen.“
Fakt oder Fiktion? Vielleicht ein bisschen von beidem – aber vor allem ein Abbild dessen, wie wichtig individuelle Duelle im modernen Fußball geworden sind.