„Kein Druck“ – Kompany lobt Karl nach historischem Startelf-Debüt für den FC Bayern
Am Samstagmittag schrieb ein 17-jähriger Nachwuchsspieler Geschichte: Lennart Karl, das Offensivjuwel aus der Jugendakademie des FC Bayern München, stand zum ersten Mal in der Bundesliga-Startelf – und wurde damit zum zweitjüngsten Bundesliga-Starter in der Vereinsgeschichte, nur übertroffen von David Alaba im Jahr 2010.
Die Münchner setzten sich am 5. Spieltag der Bundesliga mit einem souveränen 4:1 gegen die TSG Hoffenheim durch, doch nach dem Spiel richtete sich das Medieninteresse nicht nur auf die Treffer von Harry Kane oder Jamal Musiala – sondern vor allem auf den ruhigen, technisch starken Teenager mit der Nummer 42: Lennart Karl.
Vincent Kompany, seit diesem Sommer Cheftrainer des Rekordmeisters, zeigte sich nach dem Spiel demonstrativ gelassen – und zugleich voller Lob für seinen jungen Schützling.
> „Es gibt keinen Druck für Lennart. Wir wissen, was er kann, und wir geben ihm Zeit. Heute war der Anfang – und ein sehr guter“, erklärte Kompany auf der Pressekonferenz.
Der Belgier betonte, dass Karl sich seinen Platz im Kader durch konstant starke Trainingsleistungen und mentale Reife verdient habe. Bereits in der Saisonvorbereitung habe der Offensivspieler mit seiner Übersicht, seinem mutigen Eins-gegen-eins und seinem Gespür für Räume beeindruckt.
> „Er spielt mit einer natürlichen Ruhe, als hätte er schon 50 Bundesligaspiele gemacht. Dabei war das heute sein erstes in der Startelf. Ich bin stolz auf ihn – und auf die Akademie, die solche Talente hervorbringt“, ergänzte Kompany.
Karl selbst zeigte sich nach dem Spiel bescheiden. In den Mixed Zones sagte er mit einem schüchternen Lächeln:
> „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich spielen durfte. Ich habe versucht, dem Team zu helfen. Die Jungs haben mich super aufgenommen.“
In den 63 Minuten, die er auf dem Feld stand, überzeugte Karl mit klugen Laufwegen, hoher Passgenauigkeit (92%) und zwei gefährlichen Abschlüssen. Besonders in der ersten Halbzeit war er ein Aktivposten auf der rechten Seite, zeigte kaum Nervosität und erarbeitete sich sogar die Torvorlage zum 2:0 durch Musiala – eine Szene, die Kompany später als „entscheidend für den Spielverlauf“ beschrieb.
Die Fans in der Allianz Arena verabschiedeten den jungen Spieler mit Applaus, als er in der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde – ein Zeichen dafür, wie schnell sich Karl in die Herzen der Bayern-Anhänger gespielt hat.
Ob er auch im kommenden Spiel gegen Mainz von Beginn an auflaufen wird, ließ Kompany offen. Doch die Botschaft des Trainers war klar: Bayern setzt wieder auf den eigenen Nachwuchs – und schenkt ihm das wichtigste Vertrauen von allen: Zeit.