Juventus’ geheimer Sommer-Plan: Stanišić als neue Säule der Abwehr?
Der italienische Rekordmeister Juventus Turin arbeitete im vergangenen Transfersommer leise, aber gezielt an einem überraschenden Coup. Laut dem renommierten Transferexperten Fabrizio Romano erkundigte sich Juventus im Juli konkret nach Josip Stanišić, dem vielseitigen Verteidiger des FC Bayern München. Was als bloße Anfrage begann, entwickelte sich hinter den Kulissen zu einem ernsthaften Interesse – und beinahe zu einem Deal, der Europas Fußballwelt erschüttert hätte.
Stanišić, 23 Jahre alt, war in der Saison 2023/24 an Bayer 04 Leverkusen ausgeliehen und hatte dort unter Xabi Alonso eine Schlüsselrolle gespielt. Mit seiner Flexibilität – er kann sowohl rechts als auch innen verteidigen – und seiner taktischen Reife galt er in Leverkusen als Geheimwaffe auf dem Weg zur ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Sein diszipliniertes Positionsspiel, gepaart mit starkem Zweikampfverhalten und hoher Spielintelligenz, machte ihn für viele europäische Topklubs interessant.
Juventus beobachtete seine Entwicklung aufmerksam. Nach dem Weggang von Leonardo Bonucci und der anhaltenden Verletzungsanfälligkeit einiger Abwehrspieler suchten die Turiner gezielt nach einem jungen, entwicklungsfähigen, aber bereits reifen Defensivspieler. Stanišić passte perfekt ins Profil: international erfahren, taktisch geschult nach bayerischem Standard und noch nicht im vollen Rampenlicht – ein typischer Juventus-Transfer.
Romano berichtete, dass Juventus bereits im Juni erste Kontakte zu Stanišićs Management knüpfte. Zwar war der FC Bayern über das Interesse informiert, zeigte sich jedoch wenig begeistert. Der neue Trainer Vincent Kompany soll Stanišić in der Vorbereitung genau beobachtet und als wichtigen Baustein für die kommende Saison eingeplant haben. Juventus’ leiser Vorstoß wurde daher abgewiesen – zumindest vorerst.
Faktisch kam es zu keiner Einigung, doch laut Romano blieb der Kontakt bestehen. Juventus plante angeblich, im Winter erneut vorzufühlen, vor allem wenn sich die eigene Defensivsituation nicht stabilisieren sollte. Ein mögliches Angebot von rund 20 Millionen Euro plus Boni stand im Raum – eine Summe, die in München zwar als attraktiv, aber nicht zwingend überzeugend galt.
In einer alternativen Realität – oder vielleicht einem nahen Zukunftsszenario – hätte Stanišić bereits das schwarz-weiße Trikot getragen und Seite an Seite mit Bremer und Gatti eine neue Ära in Turin eingeleitet. Die Vorstellung ist verlockend: Ein junger kroatischer Nationalspieler, geprägt von der bayerischen Fußballschule, als neuer Boss in der Juventus-Abwehr.
Ob es im Winter oder Sommer 2025 zu einem erneuten Vorstoß kommt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Juventus meint es ernst. Und Stanišić hat sich auf der großen Bühne längst in die Notizbücher der ganz Großen gespielt