FTitel: Hoeneß drängte persönlich auf Woltemade-Transfer – Eberl spielte nur Nebenrolle beim geplatzten Bayern-Deal
In den Fluren der Säbener Straße war das Flüstern bereits seit Wochen nicht mehr zu überhören: Uli Hoeneß persönlich soll sich für die Verpflichtung von Werder Bremens Sturmtalent Nick Woltemade starkgemacht haben. Während Sportvorstand Max Eberl offiziell die Transfergespräche führte, war es in Wahrheit der Ehrenpräsident selbst, der hinter den Kulissen die Strippen zog – mit Nachdruck und Leidenschaft.
Hoeneß, der sich selten in operative Entscheidungen einmischt, zeigte ungewöhnliches Engagement. Bereits im Mai hatte er laut interner Quellen ein Treffen mit Werders Klubführung arrangiert – im Tegernseer Hotel „Überfahrt“, wo viele seiner einflussreichen Gespräche stattfinden. Dort machte er klar: “Dieser Junge passt zu Bayern. Er erinnert mich an Klose in jungen Jahren – nur größer, athletischer, reifer.”
Woltemade, 2,98 Meter groß, mit feiner Technik und bemerkenswerter Spielintelligenz ausgestattet, hatte in der Rückrunde der Bundesliga 2024/25 auf sich aufmerksam gemacht. Mit sieben Toren und fünf Vorlagen in nur zwölf Spielen avancierte er zum Hoffnungsträger des deutschen Sturms. Bayern suchte nach Alternativen für den alternden Harry Kane – und Hoeneß sah in Woltemade mehr als nur ein Talent: Er sah ein Zukunftsprojekt.
Doch was vielversprechend begann, endete abrupt. Max Eberl, laut Insidern nicht restlos überzeugt vom Bremer Angreifer, behandelte die Verhandlungen mit auffälliger Zurückhaltung. Während Hoeneß persönlich in Kontakt mit Woltemades Berater trat und sogar ein Gespräch mit dem Spieler selbst führte, spielte Eberl laut Insidern eine eher „verwaltende Rolle“. Ein Missverständnis jagte das nächste: Differenzen über Vertragslaufzeit, Einsatzgarantien und vor allem über die Transfersumme – Werder forderte 28 Millionen Euro, Bayern bot nur 18.
Ein weiterer Knackpunkt war das interne Machtgefüge. Laut einem Mitglied des Aufsichtsrats fühlte sich Eberl von Hoeneß’ direkter Einmischung „überfahren“. Die Dynamik im Klub geriet ins Wanken. Trainer Vincent Kompany hatte sich zwar offen für den Transfer gezeigt, pochte aber auf klare Hierarchien. Ein Spieler, den der Ehrenpräsident forciert und nicht der Sportvorstand? Ein Signal mit Sprengkraft.
Schließlich zog sich Bayern offiziell aus den Verhandlungen zurück. Doch hinter den Kulissen brodelte es. In Bremen sprach man von einem „plötzlichen Rückzieher“, in München von „fehlender sportlicher Übereinstimmung“. Fakt ist: Der Deal platzte – und Woltemade verlängerte überraschend bei Werder bis 2028.
Für viele Fans bleibt die Frage: Warum mischte sich Hoeneß so energisch ein? War es reiner Fußballinstinkt? Oder ein symbolischer Akt in Zeiten, in denen sein Einfluss im Verein schwindet?
Klar ist nur: Dieser geplatzte Transfer enthüllte nicht nur viel über Nick Woltemade – sondern noch mehr über die Machtverhältnisse beim FC
Bayern München.