Schmerzhafte Wende in Freiburg: VfB verliert trotz Führung mit 1:3 – drei späte Gegentore schocken die Schwaben
Freiburg, 14. September 2025 – Es war ein Nachmittag, der so vielversprechend begann – und so bitter endete. Der VfB Stuttgart musste sich im baden-württembergischen Duell gegen den SC Freiburg mit 1:3 geschlagen geben, obwohl man lange Zeit wie der sichere Sieger aussah. Drei Gegentore in den letzten 15 Minuten raubten dem Team von Sebastian Hoeneß nicht nur die Punkte, sondern auch das Selbstvertrauen, das man sich über Wochen mühsam aufgebaut hatte.
Dabei war der Spielverlauf bis zur 75. Minute beinahe lehrbuchartig. Der VfB trat konzentriert, bissig und taktisch diszipliniert auf. In der 29. Minute belohnte sich das Team mit dem Führungstreffer: Ermedin Demirović, einst selbst für Freiburg aktiv, vollendete einen blitzsauberen Angriff nach Vorarbeit von Chris Führich zum 0:1 für die Gäste.
Stuttgart verteidigte in der Folge clever, ließ Freiburg kaum zur Entfaltung kommen. Atakan Karazor und Angelo Stiller dominierten das Mittelfeld, die Abwehr um Waldemar Anton stand sicher. Die Gastgeber wirkten über weite Strecken ideenlos – die 1:0-Führung zur Halbzeit war mehr als verdient.
Auch in Hälfte zwei hatte Stuttgart zunächst alles im Griff. Doch was dann passierte, ist schwer in Worte zu fassen – und für Fans wie Spieler gleichermaßen ein Albtraum.
In der 76. Minute leitete ein einfacher Ballverlust im Mittelfeld die Wende ein. Freiburg schaltete schnell, Lucas Höler wurde steil geschickt und überwand Alexander Nübel im Eins-gegen-eins – 1:1. Der Ausgleich ließ den SC aufwachen – und den VfB einbrechen.
Nur vier Minuten später kam es noch schlimmer: Nach einem schlecht geklärten Eckball fiel der Ball vor die Füße von Vincenzo Grifo, der trocken aus 16 Metern zum 2:1 verwandelte. Die VfB-Abwehr wirkte plötzlich ungeordnet, nervös, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Der endgültige Tiefschlag dann in der 90. Minute: Stuttgart war aufgerückt, suchte verzweifelt den Ausgleich. Doch stattdessen konterte Freiburg eiskalt. Wieder war es Höler, der nach einem Querpass nur noch einschieben musste – 3:1, Spiel entschieden.
Nach Abpfiff herrschte Fassungslosigkeit. Kapitän Karazor fasste es nüchtern zusammen:
„Wir haben 75 Minuten lang alles im Griff – und dann geben wir das Spiel einfach aus der Hand. Das darf uns auf dem Niveau nicht passieren.“
Auch Trainer Hoeneß zeigte sich enttäuscht, aber kämpferisch:
„Die Jungs haben es über weite Strecken gut gemacht. Aber Fußball dauert eben 90 Minuten. Wir müssen aus dieser Schlussphase lernen – und gestärkt zurückkommen.“
Die Fans, viele davon mitgereist, zollten dem Team dennoch Respekt. Nach dem Spiel gingen die Spieler in die Kurve – es war still, aber respektvoll. Die Leistung war da. Das Ergebnis nicht.
Fazit: Eine bittere Niederlage, die weh tut – aber auch das Potenzial zur Lehre hat. Köpfe hoch, Männer. Die Saison ist lang – und der Wille, es besser zu machen, ist spürbar.