Hamann rechnet gnadenlos mit dem VfB Stuttgart ab: „Das war Arbeitsverweigerung“
Stuttgart, 15. September 2025 – Nach der enttäuschenden 1:3-Niederlage des VfB Stuttgart gegen den SC Freiburg hat TV-Experte Dietmar Hamann in der Sendung „Bundesliga Kompakt“ am Sonntagabend kein Blatt vor den Mund genommen. Der ehemalige Nationalspieler übte scharfe Kritik am Auftritt der Schwaben – sowohl an der Einstellung der Mannschaft als auch an den taktischen Entscheidungen von Trainer Sebastian Hoeneß.
„Da hat gar nichts gestimmt“
„Das war in meinen Augen Arbeitsverweigerung in der ersten Halbzeit“, polterte Hamann. „Freiburg war nicht überragend, aber Stuttgart hat ihnen das Spiel geschenkt – ohne Gegenwehr, ohne Struktur, ohne Leidenschaft. Wenn du so in ein Derby gehst, brauchst du dich über die Quittung nicht wundern.“
Der VfB, der mit großen Ambitionen in die neue Saison gestartet war, steht nach vier Spieltagen mit nur einem Sieg da. Besonders alarmierend: Bereits zum zweiten Mal in Folge zeigte die Mannschaft große Schwächen im Defensivverhalten und wirkte über weite Strecken ideenlos im Spielaufbau.
Früher Rückstand, keine Reaktion
Bereits in der 6. Minute brachte Freiburgs Stürmer Michael Gregoritsch die Breisgauer in Führung. Ein einfacher Ballverlust im Mittelfeld, eine unsortierte Abwehr – und der Ball zappelte im Netz. Bis zur Halbzeit erhöhte Freiburg durch einen Distanzschuss von Ritsu Dōan auf 2:0.
„Was mich schockiert hat, war, dass keine echte Reaktion kam“, sagte Hamann. „Da sitzen Leute auf der Bank, die Qualität haben – aber die Körpersprache auf dem Platz war wie in einem Freundschaftsspiel im Juli.“
Auch Hoeneß im Kreuzfeuer
Neben der Mannschaft bekam auch Trainer Sebastian Hoeneß sein Fett weg. „Ich sehe keinen klaren Plan. Der VfB lebt von Einzelaktionen, nicht von einer Idee. Und wenn du die Defensive so offen lässt wie Stuttgart heute, wird dich jede halbwegs sortierte Bundesliga-Mannschaft bestrafen.“
Besonders die Entscheidung, den erfahrenen Waldemar Anton auf die Bank zu setzen, bezeichnete Hamann als „unverständlich“. Stattdessen durfte der 19-jährige Neuzugang Luca Raimund von Beginn an ran – und zeigte prompt Nerven.
Kritik mit Nachdruck – aber auch Hoffnung
Trotz aller Kritik betonte Hamann, dass der VfB über genug Qualität verfüge, um sich zu stabilisieren: „Das ist kein Abstiegskandidat, wenn man die Leistung abruft, die in der Mannschaft steckt. Aber dafür muss man bereit sein, jedes Spiel zu kämpfen – besonders in dieser Liga, wo jeder jeden schlagen kann.“
Fazit
Die Worte von Dietmar Hamann mögen hart klingen, doch sie spiegeln die wachsende Unzufriedenheit vieler VfB-Fans wider. Nach dem überzeugenden Vorjahr sind die Erwartungen in Stuttgart gestiegen – und der Druck auf Trainer und Mannschaft wächst. Die nächste Partie gegen den ebenfalls schwach gestarteten FC Mainz könnte bereits richtungsweisend sein.