Derby-Drama in Stuttgart: Niederlage gegen Freiburg löst Fan-Randale aus – Festnahmen, Chaos und gebrochener Stolz im Herzen Baden-Württembergs
Was als Fußballfest begann, endete in einer Nacht voller Chaos, Wut und Eskalation: Nach der bitteren 1:2-Heimniederlage des VfB Stuttgart im prestigeträchtigen Baden-Württemberg-Derby gegen den SC Freiburg kam es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen rund um die MHP Arena. Die traditionsreiche Rivalität der beiden Bundesligisten erreichte einen neuen Tiefpunkt – auf und abseits des Rasens.
Schon während des Spiels war die Atmosphäre angespannt. Emotionale Gesänge, provokante Banner und eine elektrisierende Stimmung bestimmten das Bild. Als Freiburg in der 88. Minute das Siegtor erzielte, kippte die Stimmung auf den Rängen. Pfiffe, Wurfgeschosse und erste Rangeleien waren die Vorboten dessen, was nach Abpfiff folgte.
Unmittelbar nach Spielende durchbrachen mehrere Dutzend VfB-Anhänger die Absperrungen im Unterrang der Cannstatter Kurve. Pyrotechnik wurde gezündet, Ordner und Sicherheitskräfte wurden attackiert. Laut Polizeiangaben waren rund 300 Einsatzkräfte im Stadion und dessen Umfeld im Einsatz. Die Lage eskalierte weiter, als Gruppen von Randalierern versuchten, sich Zutritt zum Gästeparkplatz zu verschaffen, wo Freiburger Fans feierten. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um ein Aufeinandertreffen zu verhindern.
Insgesamt wurden 27 Personen vorläufig festgenommen, darunter mehrere bekannte Mitglieder der Ultraszene. Mehrere Beamte sowie Unbeteiligte erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei spricht von einer “koordinierten und gezielt provozierten Eskalation”, die offenbar über soziale Medien vorbereitet worden war. Auch Videoaufnahmen zeigen, wie vermummte Gruppen gezielt gegen Einsatzkräfte und Infrastruktur vorgingen.
Die Vereinsführung des VfB Stuttgart zeigte sich am Sonntagmorgen schockiert. “So sehr uns die Niederlage sportlich trifft – was sich gestern außerhalb des Platzes abgespielt hat, ist inakzeptabel und wir verurteilen es aufs Schärfste”, so Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Auch Freiburgs Trainer lobte die Sicherheitskräfte für ihr umsichtiges Eingreifen, kritisierte aber das “aggressive Klima, das mit Fußball nichts mehr zu tun hat.”
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat Ermittlungen angekündigt und droht beiden Vereinen mit Sanktionen. Die Fanbeauftragten beider Klubs suchen nun den Dialog mit den Gruppen, um einer weiteren Eskalation vorzubeugen.
Das Derby zwischen Stuttgart und Freiburg war schon immer mehr als nur ein Spiel – es ist ein Ausdruck regionaler Identität, Stolz und Rivalität. Doch die Ereignisse vom Samstagabend werfen einen dunklen Schatten auf den Fußball in Baden-Württemberg. Leidenschaft und Hingabe sind das Herzstück dieses Sports – doch wenn Emotionen in Gewalt umschlagen, verliert der Fußball seinen Glanz.
Was bleibt, ist ein zerstörter Mythos und die dringende Frage: Wie weit darf Rivalität im modernen
Fußball gehen?