Wie Borussia Dortmund Ousmane Dembélés Aufstieg prägte
Als Ousmane Dembélé im Sommer 2016 von Stade Rennes zu Borussia Dortmund wechselte, war er zwar schon als großes Talent bekannt, doch der Schritt in die Bundesliga markierte den entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere. Der damals 19-jährige Franzose kam für rund 15 Millionen Euro ins Ruhrgebiet – ein Investment, das sich für den BVB sportlich wie finanziell mehr als lohnen sollte.
Bereits in seiner ersten Saison beim BVB zeigte Dembélé, warum Scouts in ganz Europa von ihm schwärmten. Unter Trainer Thomas Tuchel fand er in Dortmund ein Umfeld, das jungen Offensivspielern traditionell viel Vertrauen und Freiheit schenkt. In der Bundesliga kam Dembélé 32-mal zum Einsatz, erzielte dabei sechs Tore und bereitete zwölf Treffer vor. Besonders beeindruckend war seine Fähigkeit, in engen Räumen Lösungen zu finden und mit Tempo Dribblings anzusetzen, die gegnerische Abwehrreihen regelmäßig ins Wanken brachten.
Ein Schlüsselmoment für Dembélés Entwicklung war das DFB-Pokalfinale 2017 gegen Eintracht Frankfurt. In der 8. Minute erzielte er mit einem technisch brillanten Abschluss die Führung für Dortmund. Der BVB gewann am Ende 2:1 – Dembélé hatte nicht nur einen Titel gewonnen, sondern auch den Beweis geliefert, dass er in großen Spielen Verantwortung übernehmen konnte.
Dortmunds Philosophie, Talenten früh Einsatzzeiten auf höchstem Niveau zu geben, passte perfekt zu Dembélés Karriereplan. Neben Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus und Christian Pulisic reifte er in einem Offensivverbund, der variabel und dynamisch war. Das schnelle Umschaltspiel des BVB kam seinen Stärken entgegen. Besonders auffällig war sein Zusammenspiel mit Aubameyang, den er immer wieder mit präzisen Vorlagen in Szene setzte.
Die Saison 2016/17 war zugleich die große Bühne, auf der Europas Topklubs endgültig auf Dembélé aufmerksam wurden. Sein Marktwert explodierte, und nur ein Jahr nach seiner Ankunft in Dortmund folgte der spektakuläre Wechsel zum FC Barcelona. Für die Rekordsumme von über 100 Millionen Euro – damals einer der teuersten Transfers der Fußballgeschichte – verließ Dembélé den BVB.
Rückblickend war Dortmund für Dembélé weit mehr als nur eine Durchgangsstation. Der Verein bot ihm eine Plattform, um sein außergewöhnliches Talent erstmals dauerhaft auf internationaler Ebene zu zeigen. Der BVB stellte Trainingsbedingungen, einen erfahrenen Trainerstab und ein taktisches Umfeld bereit, das ihn forderte und förderte. Ohne die Saison in Schwarz-Gelb wäre sein Sprung zu einem Klub wie Barcelona kaum so schnell möglich gewesen.
Gleichzeitig zeigte sich in Dortmund auch eine andere Facette Dembélés: seine schwierige Professionalität. Sein erzwungener Wechsel im Sommer 2017, inklusive Trainingsstreik, führte zu Spannungen. Doch auch diese Episode prägte seinen Ruf als Spieler, der auf dem Platz glänzen, abseits davon jedoch anecken kann.
Heute, Jahre später, lässt sich feststellen: Ousmane Dembélés Aufstieg zu einem Weltklasse-Spieler begann in Dortmund. Der BVB war das Sprungbrett, das ihn von einem französischen Top-Talent zu einem der begehrtesten Offensivspieler Europas machte. Mit seiner Mischung aus Technik, Tempo und Unberechenbarkeit hinterließ er in der Bundesliga einen bleibenden Eindruck – und schrieb ein wichtiges Kapitel seiner Karriere im Sig
nal Iduna Park.