📰 “Bayern München im Krisenmodus, während Bundesliga-GOAT Gerd Müller in ewiger Ehre ruht”
„Die Vergangenheit glänzt heller als die Gegenwart – der Schatten des ‘Bombers der Nation’ liegt schwer über der Allianz Arena.“
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München – Der Herbst ist in der bayerischen Landeshauptstadt eingezogen, doch die Kälte in der Luft spiegelt nur unzureichend die Stimmung im Lager des FC Bayern München wider. Der Rekordmeister steckt in einer sportlichen und emotionalen Krise – eine Seltenheit, fast schon ein Tabubruch in einer Ära der Dauerherrschaft. Acht Punkte hinter dem Tabellenführer, eine Abwehr ohne Struktur, ein Trainerstuhl, der wackelt. Und über all dem schwebt der Geist einer Legende: Gerd Müller, der größte Torjäger, den die Bundesliga je gesehen hat – und vielleicht je sehen wird.
Der “Bomber der Nation”, wie ihn Fans und Medien ehrfürchtig nannten, verstarb am 15. August 2021 im Alter von 75 Jahren. Doch in diesen Tagen scheint sein Vermächtnis präsenter denn je. In der Allianz Arena wurde vergangene Woche eine Statue enthüllt – nicht als PR-Geste, sondern als symbolischer Weckruf. Denn während der Verein Millionen für neue Stars ausgibt, fehlt es an dem, was Müller ausmachte: Demut, Zielstrebigkeit, Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Gerd Müller erzielte in 427 Bundesliga-Spielen sagenhafte 365 Tore – ein Rekord, der selbst von modernen Superstars wie Robert Lewandowski nicht geknackt wurde. Aber Müller war mehr als ein Torjäger. Er war ein Sinnbild für das alte Bayern: bescheiden, effektiv, unaufhaltsam. Er erzielte das Siegtor im WM-Finale 1974, gewann vier deutsche Meisterschaften, drei Europapokale der Landesmeister – alles mit Bayern München.
Heute wirken viele im Verein wie entwurzelt. Vereinslegenden wie Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić mussten ihre Posten räumen. In der Kabine wird gemunkelt, der Teamgeist sei zersplittert. Ein Kontrast zu den Tagen, als Müller nach jedem Spiel wortlos seine Stutzen auszog und mit einem Lächeln verschwand – als hätte er gerade auf dem Dorfplatz gekickt, nicht in einem Champions-League-Halbfinale.
In Interviews zeigen sich Fans gespalten. „Ich liebe Bayern, aber wo ist das Herz geblieben?“, fragt ein 62-jähriger Dauerkartenbesitzer. Neben ihm hält seine Enkelin ein selbstgemaltes Schild: “Bring zurück den Bomber!”
Vielleicht ist das die eigentliche Krise: Nicht nur das Spiel auf dem Platz ist aus dem Takt geraten, sondern auch das Selbstverständnis eines Vereins, der seine Seele im Rausch des Erfolgs verloren zu haben scheint. Und so ruht Gerd Müller in ewiger Ehre – während das Bayern von heute auf der Suche ist: Nach Führung, nach Identität, nach einem neuen Bomber, der mehr trifft als nur das Tor.