Toppmöller vor Bayern-Test: „Der Respekt muss mit dem Anpfiff verschwinden“
Frankfurt – Es ist ein goldener Oktobernachmittag, und im Schatten der Arena am Deutsche Bank Park weht ein kühler Wind. Dino Toppmöller steht auf dem Trainingsplatz, die Hände tief in den Taschen seiner schwarzen Eintracht-Jacke vergraben. Sein Blick ist fokussiert, seine Stimme ruhig, aber bestimmt. „Natürlich haben wir Respekt vor Bayern“, sagt der Eintracht-Coach in der Pressekonferenz vor dem Spitzenspiel. „Aber dieser Respekt muss mit dem Anpfiff verschwinden.“
Frankfurt empfängt heute Abend den Rekordmeister aus München – und Toppmöller ist bereit. In den vergangenen Tagen wurde intensiv an einem mutigen, aggressiven Pressing gearbeitet. Im Videoraum lief stundenlang Material über Bayerns Schwachstellen – wenige, aber existente Lücken im Umschaltspiel und in der Rückwärtsbewegung. „Wir haben einen klaren Plan“, verrät Toppmöller. „Wir werden sie hoch anlaufen und zwingen, Fehler zu machen. Wenn du gegen Bayern hinten drinstehst und nur reagierst, hast du schon verloren.“
Der 44-Jährige weiß, wovon er spricht. Als Co-Trainer von Julian Nagelsmann lernte er einst in München, wie man den Gegner dominiert – heute will er genau das verhindern. Sein Vertrauen liegt in einem flexiblen 3-4-2-1-System, das bei Ballbesitz zum 4-2-3-1 mutiert. Im Zentrum sollen Kapitän Sebastian Rode und der dynamische Hugo Larsson die Fäden ziehen, während die schnellen Außen Buta und Max für Tiefe sorgen. Vorne ruhen die Hoffnungen auf Omar Marmoush, dessen Formkurve in den letzten Wochen steil nach oben zeigte.
„Wir dürfen sie nicht in ihren Rhythmus kommen lassen“, erklärt Toppmöller weiter. „Sobald Spieler wie Musiala oder Sané Platz finden, wird es brandgefährlich.“ Deshalb setzt er auf eine kompromisslose Körpersprache und aktives Zweikampfverhalten. Die Botschaft an seine Spieler ist klar: Kein Abwarten, kein Staunen – sondern mutiger, intelligenter Fußball.
Die Stimmung im Team sei hervorragend, betont der Coach. „Wir haben in der Kabine nicht von Angst gesprochen, sondern von Gelegenheit.“ Die Eintracht will heute Abend mehr als nur dagegenhalten – sie will ein Statement setzen. Gegen einen Gegner, der trotz individueller Klasse verwundbar ist, wenn man ihn aus dem Konzept bringt.
Ob der Plan aufgeht, wird sich ab 18:30 Uhr zeigen. Das Stadion ist ausverkauft, die Fans sind heiß – und Toppmöller? Der blickt in die Kameras, lächelt leicht und sagt mit fester Stimme: „Heute Abend zählen keine Namen. Nur der Wille, zu gewinnen.“