Bericht: Hoeneß drängt persönlich auf Woltemade-Transfer – Eberl bleibt außen vor
Wie das Fachmagazin Sport Bild berichtet, hat Uli Hoeneß persönlich versucht, den Wechsel von Nick Woltemade zum FC Bayern München voranzutreiben – jedoch ohne Erfolg. Der Transfer des hochgewachsenen Offensivspielers von Werder Bremen platzte in letzter Minute, und Sportvorstand Max Eberl soll dabei lediglich eine Zuschauerrolle gespielt haben.
Ein Transfer mit Geschichte – und alten Mustern
Insider wollen erfahren haben, dass sich Hoeneß bereits früh in die Gespräche um den 22-jährigen Angreifer eingeschaltet hatte. Der Ehrenpräsident der Münchner soll vom Spielstil und der physischen Präsenz Woltemades überzeugt gewesen sein – Eigenschaften, die dem Bayern-Kader in der Breite zuletzt gefehlt hätten.
„Ein Spieler wie Woltemade bringt etwas mit, das uns derzeit im Kader fehlt“, soll Hoeneß laut eines ungenannten Vereinsmitarbeiters gegenüber der Führungsriege gesagt haben. „Er ist jung, hungrig, kopfballstark – und kein Lautsprecher.“ Besonders im Hinblick auf die Dreifachbelastung der kommenden Saison (Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League) habe Hoeneß Handlungsbedarf gesehen.
Eberl – nur Zaungast statt Entscheidungsträger?
Brisant: Max Eberl, offiziell zuständig für Transfers und Kaderplanung, soll laut Bericht „nicht aktiv“ in die Verhandlungen eingebunden gewesen sein. Während Hoeneß im Hintergrund Strippen zog, war Eberl offenbar mit anderen Personalien beschäftigt – unter anderem mit Gesprächen über einen möglichen Ersatz für Joshua Kimmich, dessen Zukunft weiterhin offen ist.
Ein interner Konflikt wird derzeit weder bestätigt noch dementiert, doch das Verhalten wirft Fragen auf: Wie groß ist Eberls tatsächlicher Handlungsspielraum in München? Und welchen Einfluss hat Hoeneß weiterhin hinter den Kulissen?
Woltemade entscheidet sich anders – Bremen bleibt hart
Trotz des prominenten Interesses aus München entschied sich Woltemade am Ende gegen einen Wechsel zum Rekordmeister – und für einen Verbleib in Bremen, zumindest vorerst. „Ich will spielen, mich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen“, sagte der U21-Nationalspieler in einem Interview mit der DeichStube. Auch Werder-Trainer Ole Werner machte deutlich, dass der Klub nicht bereit sei, sein Offensivjuwel kampflos ziehen zu lassen.
Intern heißt es, dass Bayern bereit gewesen sei, rund 12 Millionen Euro zu zahlen – für Bremen zu wenig, zumal Woltemade noch eine wichtige Rolle im Saisonverlauf einnehmen soll.
Fazit: Rückkehr alter Machtverhältnisse?
Der geplatzte Deal wirft erneut ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse beim FC Bayern. Dass Hoeneß sich trotz seines offiziellen Rückzugs weiterhin in operative Transferfragen einmischt, dürfte intern nicht jedem gefallen. Für Max Eberl, der seit seinem Amtsantritt als großer Hoffnungsträger galt, könnte dies ein erster kleiner Rückschlag sein.
Die Bayern suchen weiter nach Verstärkungen – aber der Fall Woltemade zeigt: Nicht jeder junge Spieler träumt davon, sofort an die Isar zu wechseln. Und nicht jeder Transfer lässt sich durch Einfluss allein erzwingen.