Streit vom Punkt – und trotzdem Einigkeit im Team
Am Samstagabend, in einem packenden Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem SC Freiburg, kam es in der 72. Minute zu einer Szene, die für mehr Aufsehen sorgte als das Spiel selbst. Nach einem Foul an Karim Adeyemi zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – Elfmeter für den BVB. Doch was dann folgte, war kein gewöhnlicher Ablauf.
Julian Brandt schnappte sich den Ball. Doch plötzlich kam Niclas Füllkrug dazu, gestikulierte heftig und forderte, den Strafstoß selbst ausführen zu dürfen. Eine kurze, sichtbare Diskussion entbrannte zwischen den beiden Offensivspielern – mitten auf dem Rasen, vor 81.000 Zuschauern im Signal Iduna Park. Viele Fans hielten den Atem an.
Am Ende war es Brandt, der schließlich schoss – und eiskalt verwandelte. Der Dortmunder Anhang jubelte, doch die Kameras zeigten, wie Füllkrug mit zusammengepressten Lippen und verschränkten Armen den Weg zum Anstoßpunkt antrat. In den sozialen Medien brodelte es: War das der Beginn eines Egos-Streits innerhalb der Mannschaft?
Doch nach dem Spiel trat Sebastian Kehl, Dortmunder Lizenzspielerleiter, energisch vor die Kameras und stellte klar: „Das war überhaupt kein Thema in der Kabine. Beide Spieler sind ehrgeizig, das ist normal. Aber sie verstehen sich gut – und haben sich gleich nach dem Spiel die Hand gegeben.“
Kehl betonte, dass solche Szenen im Profifußball vorkommen. „Wir haben klare Absprachen, aber in der Hitze des Gefechts wollen manchmal beide Verantwortung übernehmen. Das zeigt auch, wie sehr die Jungs gewinnen wollen“, sagte er. „Wichtiger ist, dass der Ball im Netz war – und das Team geschlossen bleibt.“
Auch Edin Terzić, Cheftrainer des BVB, äußerte sich auf der Pressekonferenz diplomatisch: „Ich liebe Spieler, die den Elfmeter unbedingt schießen wollen. Das zeigt Charakter. Aber klar ist: Die Entscheidung muss schnell und im Sinne der Mannschaft fallen. Wir werden das intern besprechen, aber es ist kein Drama.“
Am Tag danach postete Brandt ein Bild auf Instagram mit der Unterschrift: „Am Ende zählt der Sieg – #EchteLiebe“. Füllkrug kommentierte mit einem Daumen-hoch-Emoji. Für viele Fans war das genug der Beruhigung.
In der Trainingswoche danach wurde viel gelacht und locker trainiert. Kein Anzeichen von Groll. Die Szene vom Elfmeterpunkt? Offenbar wirklich nur ein kurzer Moment des Ehrgeizes – kein tiefer Riss im Teamgefüge.
Wenn überhaupt, zeigt dieser Zwischenfall nur eines: In Dortmund brennt das Feuer – für den Erfolg, für Verantwortung, und für das große Ziel, in dieser Saison endlich wieder ganz oben anzugreifen.