Kompany über Linksverteidiger-Optionen nach Stanišić-Ausfall: „Wir müssen kreativ denken“
Beim FC Bayern München herrscht vor dem Duell gegen die TSG Hoffenheim leichte Unruhe in der Abwehrkette. Auf der Pressekonferenz am Freitagvormittag äußerte sich Trainer Vincent Kompany erstmals ausführlich zum verletzungsbedingten Ausfall von Josip Stanišić – und zu den möglichen Lösungen für die vakante Linksverteidiger-Position.
Der kroatische Nationalspieler hatte sich im Training am Mittwoch einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und fällt voraussichtlich mehrere Wochen aus. Für Kompany eine empfindliche Lücke, denn Stanišić hatte sich in den ersten drei Bundesliga-Spielen als verlässliche Kraft auf der linken Seite etabliert – trotz seines eigentlich angestammten Platzes auf der rechten Abwehrseite.
„Josip ist ein absoluter Mentalitätsspieler“, betonte Kompany. „Er hat sich reingekämpft, war taktisch sehr diszipliniert, gerade im Umschaltspiel. Sein Ausfall tut weh – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.“
Auf die Frage, wer ihn im Heimspiel gegen Hoffenheim (Samstag, 15:30 Uhr) ersetzen könnte, nannte der belgische Coach mehrere Optionen – und ließ durchblicken, dass ein Systemwechsel nicht ausgeschlossen ist.
Option 1: Alphonso Davies zurück in die Startelf
Der Kanadier Alphonso Davies wäre die naheliegendste Lösung – doch seine Formkurve bereitet dem Trainerteam noch Sorgen. Nach überstandener Knöchelverletzung kam Davies zuletzt nur zu Kurzeinsätzen. Kompany: „Phonzy ist ein außergewöhnlicher Spieler, aber wir müssen abwägen, ob er schon wieder bei 100 Prozent ist. Gegen Hoffenheim braucht es nicht nur Tempo, sondern auch Stabilität.“
Option 2: Noussair Mazraoui auf links
Eine überraschende, aber realistische Variante: Mazraoui, normalerweise auf der rechten Seite zuhause, könnte links eingesetzt werden. Kompany lobte den Marokkaner: „Nous ist sehr intelligent im Positionsspiel, beidfüßig und taktisch flexibel. Das macht ihn zu einer echten Option.“
Option 3: Dreierkette mit Coman als Schienenspieler
In einem mutigeren Szenario könnte Kompany auf eine Dreierkette umstellen, mit Kingsley Coman als offensivem Flügelverteidiger. Bereits im Testspiel gegen Anderlecht ließ er dieses System kurzzeitig erproben. „Das wäre ein anderes Spielprinzip – mit mehr Breite durch offensive Außen. Aber wir trainieren solche Varianten regelmäßig“, so Kompany.
Jugendspieler als Joker?
Auch Nachwuchstalent Frans Krätzig, zuletzt in der zweiten Mannschaft aktiv, wurde thematisiert. „Frans hat Potenzial, aber er muss sich noch an das Tempo gewöhnen. Ein Startelfeinsatz käme wohl zu früh – aber ausgeschlossen ist nichts.“
Abschließend betonte Kompany, dass der Teamgedanke über allem stehe: „Egal, wer spielt – wir werden eine Lösung finden, die funktioniert. Es geht um Balance, Mut und Vertrauen. Die Jungs sind bereit.“
Die endgültige Entscheidung will der Coach laut eigener Aussage „nach dem Abschlusstraining“ treffen. Klar ist: Der FC Bayern wird gegen Hoffenheim in veränderter Formation auflaufen – mit Spannung erwarteten Antworten auf die Frage: Wer ersetzt Stanišić?